Die Bundesregierung hat einen Klimaschutzplan entworfen, der verschiedene Klimaziele bis zum Jahr 2050 beinhaltet, die mit teils sehr aufwendigen Maßnahmen erreicht werden sollen. Eine dieser Maßnahmen besteht darin Erdgas als Energieträger vom Markt zu verdrängen. Die Gasbranche wehrt sich gegen dieses Vorhaben. 

Kurz vor der finalen Verabschiedung des Klimaschutzplans 2050 haben sich mehrere Energieverbände vehement gegen den Plan der Bundesregierung bezüglich eines Ausstiegs aus der Erdgasnutzung, ausgesprochen. Diese verfolgt den Plan den CO2-Ausstoß aus Kraftwerken, Industrieanlagen, Heizungen und Verkehr bis 2050 um 80 bis 95 % zu senken. Der vollständige Plan wurde am 14.11. veröffentlicht.

Die Heizungsindustrie sowie die Bio- und Erdgasunternehmen befürchten hinsichtlich des Plans nun bestimmte Technikverbote und geben zu bedenken, dass dieser falsche Signale bezüglich der Bedeutung von Erdgas für den Energiemarkt sendet. So geben sie an, dass der Klimaschutzplan der Bundesregierung den Beitrag von Erdgas zur Dekarbonisierung und das Innovationspotenzial der Gastechnologie ignoriere. In einem Schreiben von zehn Energieverbänden an das Bundeskanzleramt heißt es in diesem Zusammenhang: „Gas kann grün!“.

Erdgasherstellung mit Ökostrom

Die Energieverbände geben zu bedenken, dass Erdgas mithilfe von Ökostrom hergestellt werden kann. Durch den Elektrolyse ist es so möglich synthetisches Erdgas (Methan) zu gewinnen. Auf diese Art könnten die Gasspeicher und das Pipelinenetz zu wichtigen Speichern für wetterabhängig produzierten Ökostrom werden. Zusätzlich kann hier auch immer mehr CO2-neutrales Biogas einspeist werden.

Ökopotenzial von Erdgas

Die deutsche Wirtschaft fürchtet, dass mit der Erdgas-Verdrängung wichtige Potenziale für die Energiewirtschaft ungenutzt bleiben. So sei Erdgas der einzige fossile Energieträger, der aufgrund seiner Flexibilität zum Partner der Erneuerbaren Energien oder sogar selbst erneuerbar werden könnte. In diesem Zusammenhang bezeichnen die Energieverbände die Infrastruktur von Gas, das mithilfe von Ökostrom hergestellt wurde, als potenzielle „Batterie der Energiewende“.

Derzeit spielt Erdgas als Energieträger noch eine wichtige Rolle bei der Versorgung in Deutschland. Gasbrennwertkessel machen mit 62 % den größten Teil des Heizungsmarktes in Bezug auf die Neuinstallationen aus. Weitere 15 Prozent werden durch Gasniedertemperaturkessel abgedeckt. Die von der Bundesregierung favorisierten Wärmepumpen kommen bei den im letzten Jahr erfolgen Neuinstallationen bisher nur auf einen Anteil von acht Prozent.